Neuer Ortsvorstand gewählt

Auf einer Delegiertenversammlung der IG Metall Hanau-Fulda in Bad Orb wurde am Donnerstag Robert Weißenbrunner in seiner Position als Erster Bevollmächtigter der IG Metall-Geschäftsstelle Hanau-Fulda mit 92,8% der Stimmen bestätigt. Der 37-Jährige steht damit für weitere vier Jahre an der Spitze der Metallgewerkschaft in der Region. Als ehrenamtlicher 2. Bevollmächtigter wurde Klaus Ditzel mit 96,4% der Stimmen gewählt. Der 54-jährige Betriebsratsvorsitzende der Fa. Norma in Maintal ist seit 2008 bereits Mitglied des Ortsvorstands der IG Metall Hanau-Fulda.


Als Beisitzer in den insgesamt 15-köpfigen Ortsvorstand wurden darüber hinaus gewählt: Franz-Georg Brandt (Fa. Element Six in Burghaun), Kevin Eckert (VAC in Hanau), Michaela Heid (VAC in Hanau), Michael Heim, (Fa. Knaus Tabbert in Sinntal-Mottgers), Gerhard Konieczny (Fa. John Crane in Fulda), Michél Kovacevic (Fa. WECO in Hanau), Lothar Mathes (Fa. KGM in Fulda), Michael Mihm, (Fa. Daimler in Fulda), Uwe Neumann, (Fa. Wagner Fahrzeugteile in Fulda), Bea Oehlenberg (Fa. Reform in Fulda), Eberhard Schüttpelz (Vertreter der Senioren), Tanja Viel (Fa. ABB in Hanau), Heribert Werner (Fa. Mehler Texnologies in Fulda).

 

Auf dem Foto sind zu sehen von links nach rechts: Lothar Mathes, Klaus Ditzel, Kevin Eckert, Michél Kovacevic, Tanja Viel, Michael Mihm, Michaela Heid, Heribert Werner, Bea Oehlenberg, Gerhard Konieczny, Robert Weißenbrunner, Eberhard Schüttpelz, Uwe Neumann. Auf dem Foto fehlen: Franz-Georg Brandt und Michael Heim.

 

Im Rahmen der Delegiertenversammlung stellte Robert Weißenbrunner im Geschäftsbericht die Erfolge der Gewerkschaft dar. Insbesondere die Auseinandersetzungen um Arbeitsplätze bei den Firmen MEP OLBO in Fulda, Alsa in Uerzell und Vacuumschmelze in Hanau hob Weißenbrunner hervor. Der IG Metall ist es gelungen rund 2.000 Arbeitsplätze durch tarifvertragliche Beschäftigungs- und Standortgarantien mittelfristig zu sichern. Auch die Tarifbindung konnte in verschiedenen Betrieben der Region weiter ausgebaut und Tarifflucht verhindert werden. Neben den tariflichen und betrieblichen Erfolgen, wächst die Anzahl der IG Metall-Mitglieder in den Betrieben. Insgesamt sind in den letzten vier Jahren 1.696 Beschäftigte im Main-Kinzig-Kreis und Osthessen Mitglied der IG Metall geworden und die Organisationsgrade in vielen Betrieben steigen kontinuierlich.


Weißenbrunner nahm auch zur aktuellen politischen Situation Stellung: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich durch die Flüchtlingssituation auch Ängste bei vielen Menschen entwickelt haben. Angst vor Fremden, aber auch Angst vor dem sozialen Abstieg", sagte Weißenbrunner. Diese Ängste müsse man sehr ernst nehmen und das nicht erst seit den Wahlerfolgen der AfD. Weißenbrunner machte deutlich, dass „unabhängig davon ob 30 oder 3 Millionen Menschen in Deutschland einen Asylantrag stellen, es den Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Rentnern dadurch nicht automatisch besser oder schlechter gehen wird. Sozialer Fortschritt muss immer auch durchgesetzt werden und die sogenannte Alternative für Deutschland wird in diesem Zusammenhang niemals ein Treiber für sozialen Fortschritt oder soziale Gerechtigkeit sein. Im Gegenteil!"


Der AfD warf er in diesem Zusammenhang vor, mit den Abstiegsängsten der Menschen zu spielen und gleichzeitig soziale Errungenschaften, wie den gesetzlichen Mindestlohn in Frage zu stellen oder ein Steuersystem vorzuschlagen, bei dem der Facharbeiter genauso viel Steuern bezahlen soll, wie der Firmeneigentümer.
Wenn man die AfD und die Ängste der Menschen dauerhaft wirksam bekämpfen wolle, dann müsse man in breiten gesellschaftlichen Bündnissen und parteiübergreifend die soziale Frage neu thematisieren. „Wir brauchen höhere Löhne und Renten und ein Steuersystem, das Arbeitnehmereinkommen entlastet und Kapitaleinkünfte wieder stärker belastet. Vor allem müsse man dringend den Sozialstaat und den öffentlichen Sektor wieder auf- und ausbauen und nicht weiter zerschlagen. Kurzum: Es braucht wieder eine Politik für die Mehrheit der Menschen in diesem Land, damit sie nicht den rechten Rattenfängern auf den Leim gehen", so Weißenbrunner abschließend.


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