Kein Mensch ist illegal!
Die IG Metall Hanau-Fulda ruft ihre Mitglieder dazu auf, Geflüchtete in Deutschland willkommen zu heißen und ihnen bei der Integration zu helfen. "Die jetzt zu uns gekommenen Menschen brauchen eine Perspektive und konkrete Kontakte vor Ort", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hanau-Fulda, Robert Weißenbrunner. Als IG Metall werde man Mitglieder und Betriebsräte auffordern, entsprechend aktiv zu werden. „Wir werden als IG Metall auch selbst konkrete Projekte im Main-Kinzig-Kreis und Osthessen praktisch und finanziell unterstützen", kündigte Weißenbrunner im Rahmen der am gestrigen Abend in Gelnhausen stattgefundenen Delegiertenversammlung der IG Metall Hanau-Fulda an. Hagen Kopp vom Netzwerk „Kein Mensch ist illegal“ berichtete im Rahmen der Delegiertenversammlung über die Hintergründe der Flüchtlingssituation und informierte die rund 100 Delegierten über die Folgen und die sozialpolitischen Herausforderungen sowie über konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Die IG Metall Hanau-Fulda verurteilt die Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Personen, die sich für Flüchtlinge einsetzen aufs Schärfste. Die Delegierten der IG Metall Hanau-Fulda erklärten sich aus diesem Grund auch solidarisch mit Landrat Erich Pipa. „Wir stehen solidarisch an der Seite von Erich Pipa und unterstützen sein Vorgehen im Main-Kinzig-Kreis. Wir werden uns nicht von Faschisten einschüchtern lassen“, so Weißenbrunner.
Weißenbrunner forderte die Delegierten auf, mit offenen Augen und Rückgrat durch den Betrieb zu gehen und nicht wegzuschauen, wenn nun wieder beispielsweise SS-Runen oder Hakenkreuze in den Sozialräumen der Betriebe auftauchen oder Arbeitskollegen in der Mittagspause ihre menschenverachtenden Parolen formulieren. „Egal ob sogenannte „besorgte Bürger“ oder offensichtlich Rechtsradikale. Ihnen allen muss deutlich gemacht werden, dass sie mit ihrem Handeln und ihren Aussagen auf den Widerstand der deutlichen Mehrheit im Betrieb stoßen!“, erklärt Weißenbrunner. Zur Unterstützung wird die IG Metall umfangreiches Material mit Hintergrundinformationen, Aktionsvorschlägen und Argumentationshilfen zur Flüchtlingssituation den Betriebsräten in ihrem Organisationsbereich zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus hat die IG Metall die politische Ebene im Blick. So brauchen Flüchtlinge nach Auffassung der Gewerkschaft Zugang zum Arbeitsmarkt, zu berufsbezogenem Sprachunterricht und Qualifikationsmaßnahmen. Dabei dürfen aber keine bestehenden Standards unter Druck geraten. "Wir werden nicht zulassen, dass Arbeitgeber die Flüchtlingssituation missbrauchen, um Lohndumping zu betreiben", stellte Weißenbrunner klar. So sei die geforderte Aufhebung des Leiharbeitsverbots für Asylbewerber und Geduldete nach drei Monaten keine gute Idee. "Das wäre ein erneuter Zuwachs an Leiharbeitsverhältnissen und dem weiteren Missbrauch wären Tür und Tor geöffnet, das wollen wir nicht", so Weißenbrunner.








